Besser als erwartet!

Also ich kann die absolut negative Meinung von Adria nicht so stehen lassen! Natürlich kann man von einem Fun-Camcorder unter 100 Euro keine Wunder erwartet - da muss man andere Maßstäbe ansetzen.
Zunächst einmal wird der der Camcorder in einem stabilen, gepolsterten und aufklappbaren Karton geliefert, auch das HDMI-Kabel ist bereits dabei. Das Illustrierte 63-Seitige Handbuch deckt alle Bereiche ab und ist gut verständlich geschrieben. Es liegt übrigens dreisprachig vor.
Der Camcorder selbst macht einen gut verarbeiteten und wertigen Eindruck. Er ist gerade zu winzig und ein echter Handschmeichler. Das Gehäuse ist übrigens fast identisch mit dem des Toshiba Camileo Camcorders.
Die Bedienung geht flott von der Hand wenn man keine allzu dicken Finger hat, lediglich einige Funktionen wie Belichtung und Weißabgleich lassen sich nur über das Menü einstellen. Der Ton geht meiner Meinung nach noch als gut durch. Es kommt zwar mal zu Übersteuerungen und es ist keine Stereo-Hifi Qualität aber durchaus akzeptabel in dieser Preisklasse.
Die Foto-Funktion konnte mich nicht so recht begeistern, da das Bildrauschen bei Vergrößerung deutlich erkennbar ist, aber für gelegentliche Schnappschüsse reicht es. Außerdem kann man für Foto und Video getrennt die Bildschärfe einstellen und somit das Rauschen etwas mindern.
Kommen wir zum wichtigsten: Die Videoaufnahme. Der Camcorder nimmt ausschließlich H264-komprimierte AVI-Dateien auf. Die Schärfe-Einstellung nimmt man manuell über den Pseudo-Focus-Ring des Objektivs in drei festen Stufen vor: Makro, Portrait und Landschaft. Immerhin eine Stufe mehr als z.B. die AHD200 von Aipek, denn die kennt nur zwei Stufen.
Die Auflösungen QVGA, VGA und D1 sind aufgrund der hohen Kompression nicht sonderlich ansehnlich, unverständlich, warum hier die Bitrate nicht höher ist, da offensichtlich noch Spielraum vorhanden ist. Auch die Kompression im 720p Modus ist recht hoch, deshalb treten bei starken Bewegungen sichtbare Kompressionsartefakte auf. Bei wenig Licht wird es zunehmends unschärfer und es rauscht - kein Wunder, denn hier kommt eine Mini-Linse in der Art von Foto-Handys zum Einsatz. Und solche nehmen bekanntlich nicht viel Licht auf.
Aber bei ausreichendem (Tages)Licht und einem Stativ bzw. stehender Kamera läuft die MDV-HD8 zur Hochform auf: Dann kann man recht ansehnliche 720p Aufnahmen machen die auf einem HD-Display per HDMI den aha-Effekt auslösen. Zwar ist auf dort an Kannten eine Pixelung sichbar, aber das ist bei vergleichbaren HD-Camcordern von Aiptek auch nicht anders.
Der Camcorder hat übrigens auch einen zuschaltbaren elektronischen Bildstabilisator, der in fast keiner Beschreibung erwähnt wird - und das aus gutem Grund: Er funktioniert leidlich schlecht bis gar nicht und behaftet das Bild mit hässlichen Rucklern. Hier tut dringend eine Nachbesserung in Form eines Firmware-Updates not!
Mein Fazit: Ein HD-Camcorder für weniger als 100 Euro - kann das gut gehen? Ja, es geht tatsächlich, wenn auch mit gewissen Einschränkungen.
Hier ist nun Odys gefordert die Firmware nachzubessern! Gelingt es Ihnen Kompressionsartefakte und Bildstabilisator per Firmware-Update zu verbessern, so könnte aus dem kleinen sympatischen MDV-HD8 ein echter Volks-HD-Camcorder werden!
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